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Weinbaubereisung: Neuer Regierungspräsident setzt langjährige Tradition fort

Bewässerung in den Weinbergen sichern und Kulturlandschaft erhalten als wichtige Ziele

Seit vielen Jahren ist es in Unterfranken Brauch, dass am Beginn der Sommerferien der Regierungspräsident das fränkische Weinland bereist und sich vor Ort bei den Winzerinnen und Winzern erkundigt, wo der Schuh drückt. So hat es der Ende 2018 in Ruhestand gegangene Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer 19 Jahre lang gehalten und auch sein Nachfolger, Dr. Eugen Ehmann, setzt diese Tradition fort.

Unter dem Motto „Frankens Blick in die Zukunft“ machte sich Ende Juli Dr. Ehmann zusammen mit der Fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer und Vertretern des Fränkischen Weinbauverbands, der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau- und Gartenbau Veitshöchheim (LWG), des Amts für Ländliche Entwicklung und der Regierung von Unterfranken auf den Weg, um mit den Winzern ins Gespräch zu kommen.

Das Weingut Rudolf Fürst in Bürgstadt (Lkr. Miltenberg) bildete den Startpunkt der diesjährigen Weinbaubereisung. Beim Start dabei waren (v.l.): Landrat Jens Marco Scherf (Miltenberg), Bürgermeister Thomas Grün (Bürgstadt), Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann, Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer, Sebastian und Paul Fürst, sowie Weinbaupräsident Artur Steinmann. (Foto: Rudi Merkl)

Den Auftakt der vom Fränkischen Weinbauverband und der LWG geplanten Reise führte die Gruppe um den Regierungspräsidenten als erstes nach Bürgstadt zum Weingut Rudolf Fürst. Dort gab es Informationen aus erster Hand über „Churfranken“, dem wohl kleinsten und geologisch auch schwierigsten Teil Frankens. Im Gespräch mit den Behördenvertretern ging es vor allem um die Themen Terrassenweinbau, Trockenmauerbau, Biodiversität und den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft. Es wurden verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert und aufgezeigt. Auf den Punkt gebracht betonte Winzer Paul Fürst, dass der Erhalt der Kulturlandschaft nur als Gemeinschaftsaufgabe gelingen könne.

Die zweite Station der diesjährigen Weinbaubereisung bildete das Weingut Schmachtenberger in Randersacker. Dort begrüßte Markus Schmachtenberger (l.) zusammen mit Bürgermeister Michael Sedelmayer (2. v.l.) und einigen Vertretern der ETHOS-Gruppe die Gäste der Weinbaubereisung. Foto: Rudi Merkl

Die zweite Station der Weinbaubereisung bildete das Weingut Schmachtenberger im Premiumweinort Randersacker. Nach einer kurzen Vorstellung des Weinguts informierte Markus Schmachtenberger über die Gruppierung ETHOS, ein Zusammenschluss von einigen jungen Winzerinnen und Winzer, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, die fränkische Kulturlandschaft zu erhalten, umwelt- und ressourcenschonenden Weinbau zu betreiben, Biodiversität zu fördern, gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu übernehmen sowie saubere und ehrliche Weine mit Qualität zu erzeugen.

Stippvisite bei der Gebietswinzergemeinschaft Franken in Kitzingen-Repperndorf (v.l.): Geschäftsführender Vorstand Cornelius Lauter, Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer, Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann und Vorstandsvorsitzender Andreas Oehm. Foto: Rudi Merkl

Von dort ging es weiter nach Kitzingen-Repperndorf, wo der Besuch der Winzergemeinschaft Franken (GWF) auf dem Programm stand. Bei der Führung durch den Betrieb durch den Geschäftsführenden Vorstand Cornelius Lauter und den Vorstandsvorsitzenden Andreas Oehm hob Frankens Weinbaupräsident Artur Steinmann die Bedeutung der Genossenschaften für das Anbaugebiet hervor. Im Mittelpunkt der Stippvisite bei der GWF wurde Ehmann über die Entstehung der Genossenschaft, die in diesem Jahr auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblickt und mit aktuell rund 1300 Mitgliedern etwa 1300 Hektar Rebfläche bewirtschaftet.

Besuch des Regierungspräsidenten Dr. Ehemann beim Weingut Johann Ruck in Iphofen, der Genossenschaft DIVINO Nordheim Thüngersheim und beim Weingut Helmut Christ in Nordheim. (Fotos: Rudi Merkl)

Danach standen noch das Weingut Johann Ruck in Iphofen, die Divino Nordheim Thüngersheim und last but not least das Weingut Helmut Christ (Nordheim) auf der Liste des Regierungspräsidenten. Während beim Besuch im Weingut Helmut Christ vor allem der Bioweinbau in der Praxis und eine Weinbergsbesichtigung auf dem Programm standen, ging es bei den Gesprächen im Weingut Ruck in Iphofen mit Bürgermeister Josef Mend und bei der DIVINO in Nordheim mit Bürgermeister Guido Braun vor allem um die „Bewässerung und nachhaltige Wasserbevorratung im Weinbau“.

Ein Thema, das landauf und landab die Winzerinnen und Winzer aktuell beschäftigt wie kein zweites. Auch bei der diesjährigen Weinbaubereisung ging es in den meisten Gesprächen um die Bewässerung der Weinberge. Gerade im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen die Fragen „Woher kommt das Wasser, wie kommt es in die Weinberge und wie kann es dort vor allem sinnvoll gespeichert und wieder abgegeben werden?“ die Verantwortlichen. Die Gemeinden Iphofen und Nordheim stellten in diesem Zusammenhang ihre Projekte vor. Beide sehen vor, über einen „Bypass“ vor allem im Winter oder zu Hochwasserzeiten dem Main Wasser zu entnehmen und in einem höher gelegenen See zu speichern. Dieses soll dann bei Bedarf über Tröpfchenberegnungsschläuche wieder abgegeben werden. Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann hob in Richtung München hervor, dass es sich bei der Bewässerungsproblematik in Unterfranken um kein gesamtbayerisches Problem handle und von daher sicherlich viel Aufklärungs- und Informationsarbeit geleistet werden müsse. „Aber wenn wir die prägende Kulturlandschaft erhalten wollen, müssen wir die Sache jetzt angehen“, so Dr. Ehmann.

Der Regierungspräsident von Unterfranken Dr. Eugen Ehemann und die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer. (Foto: Rudi Merkl)

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