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Studienreise des Fränkischen Weinbauverbandes nach Südafrika

Eine faszinierende Landschaft, hervorragende Weine und ein weltweit einzigartiges Weintourismuskonzept  - das alles erwartete die 30 Teilnehmer der Weinstudienreise des Fränkischen Weinbauverbandes in Südafrika. Gemeinsam mit Cape Agritours, dem südafrikanischen Spezialisten für fachlich geführte Weintouren, hatten die fränkischen Verantwortlichen ein Programm der Spitzenklasse zusammengestellt, das einen intensiven Einblick in die südafrikanische Weinwirtschaft ermöglicht hat. Kurz vor Beginn der Weinlese wurden in verschiedenen Regionen Südafrikas Weingüter ganz unterschiedlicher Größe und Struktur besucht.

Mit einem Vortrag über die südafrikanische Weinwirtschaft stimmte André Morgenthal (WOSA - Wines of South Africa) zu Beginn der Reise auf das Anbaugebiet im Süden Afrikas ein. Namhafte Betriebe in den Regionen Stellenbosch, Franschhoek, Hermanus, Klein Karoo, Robertson, Paarl, Constantia, Durbanville und Philadelphia standen in den folgenden Tagen auf dem Programm: Thelema Mountain Vineyards, Louisenhof, Delaire Graff Estate, Neil Ellis, Blaauwklippen Wine Cellars, Webersburg Estate, Villiera Wine Estate, Boschendal, Antonij Rupert, Haute Cabrière, Hermanuspietersfontein Cellar, Robertson Cellar, Klipdrift Brandy Cellars, Graham Beck Wines, Spiceroute, Nederburg, Dornier Wine Estate, Steenberg, Buitenverwachting, Groot Constantia, Capaia, Diemersdal und De Grendel.

Mit großer Offenheit stellten die Betriebe ihre Philosophie und Produktionsmethoden vor und gewährten den Besuchern Einblicke in ihre Keller. Gerne wurde dabei die noch relativ junge Weingeschichte der Region erzählt. Ein Tagebucheintrag von Jan van Riebeeck vom 02.02.1659 dokumentiert das Jahr, in dem erstmals Wein am Kap produziert worden ist. Im gleichen Jahr wurde in Franken erstmals die Rebsorte Silvaner gepflanzt.

Mit rund 1.414.474 Tonnen ist Südafrika weltweit der achtgrößte Traubenproduzent. Die rund 100.000 Hektar Anbaufläche sind zu 55 Prozent mit weißen Rebsorten und zu 45 Prozent mit roten Sorten bestockt. 1990 lag der Anteil der Weißweinsorten noch bei 84 Prozent. Zu den wichtigsten Rebsorten zählen Chenin Blanc, Sauvignon Blanc und Chardonnay sowie Cabernet Sauvignon, Shiraz und Pinotage. Die letztgenannte Rotweinsorte ist eine Kreuzung von Hermitage (Cinsault) und Pinot Noir, die an der Universität Stellenbosch entstanden ist. Es wird aber auch mit vielen anderen Rebsorten experimentiert. Nebbiolo, Zinfandel, Riesling und Gewürztraminer bekamen die fränkischen Gäste ebenfalls zu verkosten. Neben der großen Weinvielfalt, beeindruckten auch die nach der Méthode Cap Classiques (MCC) hergestellten Schaumweine sowie die südafrikanischen Brandys.  

„Wein ist hier allgegenwärtig. Es ist unglaublich, was alles rund um den Wein inszeniert wird. Beeindruckend ist aber auch die Landschaft. Bei den Weinen besinnt man sich gegenwärtig auf die eigenen Stärken, das sind beim Weißwein Chenin Blanc und Sauvignon Blanc und beim Rotwein Cabernet Sauvignon und Pinotage. Die Weinqualität ist sehr gut. Wir haben keinen einzigen fehlerhaften Wein probiert. Hinsichtlich der Weinbereitung wird nichts unversucht gelassen. Sie sind hier sehr experimentierfreudig“, fasst Hermann Mengler, Bezirk Unterfranken, seine Eindrücke zusammen.

Nach den neuesten Zahlen stellte Südafrika 2013 mit 525,7 Millionen Litern einen neuen Exportrekord auf. Die wichtigsten Absatzmärkte sind Großbritannien und Deutschland, aber auch nach Schweden, Russland und Frankreich wurde 2013 sehr viel exportiert. Gleichzeitig wird der einheimische Markt aber nicht vernachlässigt. Die Fülle der weintouristischen Angebote ist beeindruckend. Auf vielen Weingütern sind auch gastronomische Einrichtungen zu finden, zum Teil sogar Gourmet-Restaurants. Zahlreiche ausgearbeitete Weinrouten führen zu den Betrieben.   

„Es war eine unwahrscheinlich vielfältige Reise. Die Region weist eine äußerst dynamische Entwicklung auf. Beeindruckend ist das Weintourismuskonzept, das wohl einzigartig auf der Welt ist“, berichtet der Vizepräsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Dr. Hermann Kolesch. Großes Lob gab es am Ende der Studienfahrt von allen Teilnehmern für die rundherum perfekte Organisation einer wunderbaren Reise mit vielen unvergesslichen Eindrücken.


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