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Pilotprojekt Weinbau 2025: Neue Wege zu mehr Biodiversität im Weinbau

Auf Einladung der LWG besuchten 50 Vertreter des Stadtrates und des Weinbauvereins Iphofen die LWG und informierten sich vor Ort in der Lage Thüngersheimer Scharlachberg über das Pilotprojekt "Weinbau 2025" des Institutes für Weinbau und Oenologie. Hintergrund war ein Antrag aus dem Stadtrat Iphofen zur Förderung der Biodiversität in den Iphöfer Weinbergen. Nachdem die Vorstellung des Pilotprojektes "Weinbau 2025“ durch Dr. Hermann Kolesch vor einigen Wochen im Stadtrat zu einer kontroversen Diskussion geführt hat, war man sich schnell einig, das Projekt vor Ort zu besichtigen.

Im Rahmen eines 2-stündigen Rundganges durch die knapp 12 ha große Lage und Versuchsfläche der LWG konnten sich, dann Winzer, Stadträte, Forstleute und die Verwaltung der Stadt Iphofen über verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität informieren und diese auch besichtigen. Christian Deppisch (Projektleiter) und Petra Hönig als verantwortliche Agrarbiologin stellten Blühstreifen, Steinriegel, Insekten- und Fledermausquartiere sowie deren Vernetzung untereinander vor.

Erste Untersuchungsergebnisse wurden diskutiert, wie z. B. die Tatsache, dass die ökologischen Randstrukturen einen größeren Einfluss auf die Steigerung der Biodiversität haben, als die Begrünungsmaßnahmen zwischen den Zeilen. Held des Tages war die "rotflügelige Ödlandschrecke“, ein eher unscheinbares Insekt der Roten Liste, deren Bestände sich durch die verschiedenen Maßnahmen in der Weinbergslage sehr schnell erholt haben.

Dr. Daniel Heßdörfer, Leiter des Arbeitsbereiches Forschung im Weinbau, nutzte darüber hinaus die Gelegenheit, der Iphöfer Delegation einen Einblick in die Forschung zur Bewässerung und den Einsatz von Bioherbiziden im Steilhang zu geben. Auch diese Maßnahmen gehen mit der Zielsetzung, die Biodiversität im Weinbau weiter zu steigern, einher.

Anschließend wurde bei einer Brotzeit und den Weinen der LWG an der Schindelmannshütte im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung im Grünen, die weitere Vorgehensweise diskutiert. Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann, der an der Besichtigung ebenfalls teilnahm, betonte nochmals die Notwendigkeit des Projektes und stellte klar heraus, dass dafür auch eine entsprechende Infrastruktur zur Bewässerung des Fränkischen Weinbaus geschaffen werden muss.

Die LWG lädt alle Weinbauvereine und interessierten Winzer dazu ein, sich vor Ort einen Eindruck über dieses bisher einmalige Projekt im Deutschen Weinbau zu verschaffen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an an die Abteilung Weinbau unter der Telefonummer 0931 9801-566.

 

Jetzt wieder häufiger anzutreffen: Die "rotflügelige Ödlandschrecke" fühlt sich dank der umgesetzten Biodiversitätsmaßnahmen im Weinberg wieder zunehmend wohler. Foto: LWG

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