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Fränkischer Silvaner am Greinberg

„Würzburg hat ein neues Tor im Nordosten der Stadt, ein Wein-Tor als Einladung in die Weinmetropole Frankens“, zu Recht ist Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth stolz auf die neue Lage des Weingutes der Stiftung Juliusspital am Würzburger Greinberg. Und für die Verantwortlichen ging damit ein Traum in Erfüllung, denn „sie setzen damit ein Zeichen für die weitere Entwicklung der fränkischen Weinwirtschaft und ganz besonders des Würzburger Weinbaus“, so der Leiter der Würzburger Stiftung.

Am Dienstag pflanzte Herberth zusammen mit der Fränkischen Weinkönigin Christin Ungemach, der Würzburger Weinprinzessin Barbara Wohlfart und Horst Kolesch, Leiter des Geschäftsbereichs Landwirtschaft, Weinbau und Forsten der Stiftung Juliusspital Würzburg, die letzte der insgesamt 16305 Silvaner-Reben am neuen Weinberg des Juliusspitals. 300 000 Euro investierte das Weingut in rund vier Hektar große Rebfläche. „Seit 438 Jahren baut das Juliusspital Reben auf Würzburger Stadtgebiet an und von den Reben dieser Weinlage besonderer Güte wird feiner Muschelkalk-Silvaner kommen“, schwärmte Kolesch bei der Pflanzaktion.

Viel Arbeit für die Pflanzung und den Bau von Wirtschaftswegen liegt hinter den Winzern der Stiftung. Herberth dankte den beiden Winzermeistern Peter Rudloff und Josef Schmitt, die mit der Weinbergsgruppe Würzburg des Juliusspitals den neuen Weinberg in einem „wahren Kraftakt von nur zwei Jahren“ geschaffen hatten.

Mit der Anlage von Bodenprofilen zur Erkundung des Silvaner-Terroirs starteten 2012 die vorbereitenden Arbeiten für die neue Weinlage des größten Silvaner-Weingutes der Welt. Unmittelbar danach folgte die landschaftsgerechte Anlage der unversiegelten Wirtschaftswege zur Erschließung der insgesamt vier Weinbergsparzellen mit Einzelgrößen von 0,7 bis 1,4 Hektar Fläche. Feldgehölzen „nischen“ die Anlage zum Schutz vor kühler bzw. kalter Oberhangluft lückenlos ein. Fremdbürtige, abgekühlte Luft aus dem Oberhang wird so ausgezeichnet abgeriegelt. Zusätzlich pflanzte das Juliusspital mehrere Säuleneichen als landschaftsprägende Elemente. Es folgen noch Nussbäume und kleinkronige, weinbergstypische Bäume.

Eine Buchenhecke entlang des Oberen Greinbergweges säumt die Reben und trägt zur Windberuhigung und ökologischen Vernetzung der Flora und Fauna des neuen Weinbergs bei. Ein kleines Absetzbecken an der tiefsten Stelle des Weinbergs hält die wertvolle Feinerde aus den Wirtschaftswegen zurück.

Die Rebflächen sind uneingeschränkt besonnt. „Die Rebe kann so die besondere Gunst der Lage voll ausschöpfen“, sagte Kolesch. Ende April 2013 begannen die Pflanzarbeiten. Die Reben kamen ausschließlich von fränkischen Rebenveredlern, erklärte Kolesch. „Da weiß man wenigstens, was man hat.“

Zudem sind rund 500 Reben eines Würzburger Premium-Klones der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim als Muttergarten für die Gewinnung von künftigen Edelreißern zur Erzeugung wertvoller Silvaner-Nachkommen vorgesehen.

Mit dem Setzen der letzten Rebe ist der vier Hektar große Weinberg fit für die Zukunft. Im Herbst 2015 sollen die ersten Silvaner-Trauben den Weg in die moderne Kellerei der Stiftung nehmen. „Wir freuen uns schon darauf und können den Jahrgang kaum erwarten“, kündigte Kolesch an.

Herberth bezweifelt nicht, dass die rund 300 000 Euro Investition bald entsprechende Resultate erbringen werde. Wachstum der Rebfläche und damit der Weinerzeugung sei „im Juliusspital nicht Selbstzweck oder Liebhaberei“, sagte er. Vielmehr dienten die Erträge des Weingutes der Erfüllung vielfältiger sozialer Aufgaben wie unter anderem dem stationären Hospiz, das die Stiftung vor einem Jahr eröffnete.

Was nun noch fehlt ist der Name für die Weinlage am Greinberg. „Wir haben schon konkrete Vorstellungen“, verriet Herberth ohne „die Katze aus dem Sack zu lassen“. Wertig, regional, traditionell so soll der Name dieser neuen Monopollage sein; und er muss passen: Zum Juliusspital – und zu Würzburg.

Foto Martina Schneider/Stiftung Juliusspital

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