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Festabend der Weinbruderschaft Franken

Bei ihrem großen Festabend im Hotel Maritim in Würzburg zeichnete die Weinbruderschaft Franken das Weingut Max Müller I (Volkach) mit dem Winzer-Ehrenpreis aus. Mit seinem „2012er Alte Reben gemischter Satz“ aus der Lage Escherndorfer Lump hatte sich das Weingut in einer Blindverkostung durch eine fachkundige Jury an die Spitze des Klassements setzen können. Auf den Plätzen folgten die Weingüter Rudolf May (Retzstadt) und Georg Zang (Sommerach). 26 Weine hatten sich dem Wettbewerb zum Thema „Alte Reben“ gestellt, wobei der Silvaner einen Anteil von 70 Prozent hatte. Auch für den Ehrenbruderschaftsmeister der Weinbruderschaft Franken Dr. Dieter Weber (Würzburg) gab es eine Auszeichnung. Er erhielt die Ehrenmedaille für besondere Verdienste.  

Die Weinprobe des Abends, die von einem mehrgängigen Menü begleitet wurde, stand unter dem Motto „Alte Reben 2.0“. Fachberater Hermann Mengler, Bezirk Unterfranken, stellte ganz unterschiedliche Weine von alten Reben vor und informierte über die Bedeutung dieser häufig schon sehr knorrigen Rebstöcke.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der sogenannte „gemischte Satz“ in der Region üblich. Es wurden einige Hauptsorten gepflanzt und diese mit anderen gemischt, um das Risiko von Missernten zu vermindern. Im fränkischen Anbaugebiet wurden die Weine noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ohne Sortenangabe vermarktet. Erst ab den 1950er Jahren begann die sortenreine Anpflanzung in Franken. Da sich Österreich vor einigen Jahren die Bezeichnung „Gemischter Satz“ schützen ließ, darf kein anderes EU-Land diese Bezeichnung für Weine verwenden. Alternativen sind beispielsweise „Alter Satz“ und „Altfränkischer Satz“.

Einer der ältesten Weinberge in Franken steht in der Lage Rimbacher Landsknecht. Er wurde bereits 1835 gepflanzt. 35 verschiedene Rebsorten stehen hier, von denen noch gar nicht alle identifiziert sind. Auch die weltweit älteste Silvaneranlage ist nach Menglers Worten in Franken zu finden. Das Weingut Zehnthof in Sulzfeld bewirtschaftet den Weinberg in der Lage Creutz, der um 1870 gepflanzt worden ist. Die mittlerweile häufiger verwendete Bezeichnung „Alte Reben“ ist rechtlich nicht definiert. Es wird heute aber allgemein davon ausgegangen, dass die so bezeichneten Reben mindestens 25 Jahre alt sind.

Im Rahmen des Festabends wurden mit Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Wörth am Main), Prof. Dr. Heiko Paeth (Thüngersheim), Klaus Vögele (Würzburg) und Ralf Winkelhöfer (Würzburg) vier neue Weinbrüder aufgenommen, so dass die Weinbruderschaft Franken jetzt 216 Mitglieder zählt.    

 


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