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19. Weinbaubereisung des unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer

Bereits zum 19. Mal jährte sich in diesem Sommer die Weinbaubereisung des unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer. Zusammen mit der Fränkischen Weinkönigin Klara Zehnder, Weinbaupräsidenten Artur Steinmann und Dr. Hermann Kolesch, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), machte sich Beinhofer in den Weinlandkreis Kitzingen auf, um an verschiedenen Punkten zu überprüfen, wie sich Franken und der Weinbau seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 entwickelt hat. Die vom Fränkischen Weinbauverband und der LWG geplante Rundreise fand heuer zum Thema „Franken seit der Jahrtausendwende – Die Entwicklung des Frankenweins seit der 1. Weinbaubereisung“ statt.

Den Auftakt der diesjährigen Bereisung bildete die Wein Paradies Scheune bei Bullenheim, wo der unterfränkische Regierungspräsident von der stv. Landrätin Gisela Keller (Lkr. Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim) und dem Seinsheimer Bürgermeister Heinz Dorsch willkommen geheißen worden. Was hier vor 20 Jahren an der Grenze zwischen den Regierungsbezirken Unter- und Mittelfranken entstanden ist, war lange Zeit unvorstellbar. Kritiker befürchteten, dass durch die Eröffnung der Wein Paradies Scheune, Touristen aus den umliegenden Gemeinden abgezogen würden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall!  Die Scheune und die angrenzenden Dörfer sind gut untereinander vernetzt. Viele Urlauber würden die Übernachtungsbetriebe im Umland nutzen und so die Ausflügler in der Region halten. Bürgermeister Dorsch und Landratskollegin Keller sprechen von einer echten Erfolgsgeschichte. Dem stimmten auch Regierungspräsident Dr. Beinhofer und Weinbaupräsident Artur Steinmann zu und lobte die gelungene Stärkung des ländlichen Raums durch ein Vorzeigeprojekt mit enormer Strahlkraft. Auch das Pächterehepaar Sonja und Helmut Scherer, die vor zehn Jahren mit fünf Mitarbeitern begonnen hatten und heute mit knapp 20 Kräften an manchen Tagen den Besucherandrang kaum bewältigen können, sind stolz auf ihre Paradies Wein Scheune und freuen sich über eine stetig steigende Zahl am Stammgästen.

Danach ging es für die Reisegruppe auf die Rotweininsel nach Wiesenbronn zu Weinbau Hofmann. Bei einem Glas kühlen Silvaner berichtete Winzer Mario Hofmann, dass man bereits seit über 300 Jahren Weinbau betreibe und bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts neben Landwirtschaft und Weinbau die Büttnerei die Lebensgrundlage der Familie gebildet hätte. Langfristig wolle man sich von der Landwirtschaft komplett verabschieden und den Betrieb auf eine Ertragsfläche von sieben bis acht Hektar ausbauen. Jüngstes Kind der Winzerfamilie ist das wohl kleinste Vinotel Deutschlands. Das WEINART-Vinotel im Kellerhaus, das viele Jahre als Schankwirtschaft genutzt wurde, beherbergt heute ein Rotwein- und ein Weißweinzimmer und lädt zum Übernachten beim Winzer ein. Bei der Besichtigung des Übernachtungshauses, der Vinothek im Vorkeller und dem historischen Hauptkellergang, der 20 Halbstückfässer beherbergt, zeigte sich der unterfränkische Regierungspräsident imponiert: „Ich bin tief beeindruckt, dass sie einerseits so traditionsbewusst und andererseits so zukunftsorientiert und vorausschauend sind!“.

Vorletzte Station der Bereisung war ein Besuch im Weingut Michael Büttner in Nordheim am Main. Unter dem Motto „Wo Wein gelebt wird“ präsentierte Winzer Michael Büttner seine neue und architektonisch sehr ansprechende Vinothek. In diesem Zusammenhang betonte Dr. Beinhofer, dass sich seinem Amtsantritt im Jahr 2000 sehr viel getan hätte. Waren es zu Beginn die überwiegend verschlossenen fränkischen Vierseithöfe, haben sich die Weinbaubetriebe mit ihren einladenden Vinotheken für Kunden und Besucher richtiggehend geöffnet und sind zum Aushängeschild für Mainfranken geworden.

Abgerundet wurde die diesjährige Rundfahrt mit einer romantischen Floßfahrt auf dem Altmain zwischen Nordheim und Gerlachshausen. Abschließend stellte Dr. Paul Beinhofer, für den die aktuelle Bereisung die letzte dieser Art war, da er zum Jahresende in Ruhestand gehen wird, fest, dass sich in Franken in den zurückliegenden 20 Jahren viel getan hat. So betonte er nochmals, dass durch zahlreiche Maßnahmen der ländliche Raum nachhaltig gestärkt werden konnte. Mit viel Engagement und Ideenreichtum würden die Winzerinnen und Winzer für den Frankenwein und das Anbaugebiet als touristische Destination werben und „den Wein leben und erlebbar machen! Vor dem Hintergrund der extremen Hitze lenkte Beinhofer den Blick auch auf die Wasserversorgung und die Bewässerung in den Weinbergen, wo aktuell in vereinzelten Steillagen über Kopf beregnet wird. So müsse man grundsätzlich grundwasserverträglich bewirtschaften und bei der Bewässerung auf zukunftsfähige Systeme setzen.

Weinbaupräsident Artur Steinmann, Fränkische Weinkönigin Klara Zehnder und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer (v. l. n. r.) Foto: Rudi Merkl

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