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Weltneuheit im Praxiseinsatz in Franken - Eine Maschine erntet Trauben im Steilhang

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Mehr als hundert Winzer verfolgten die Arbeit einer Weltneuheit in den mit Riesling und Silvaner bewachsenen Rebzeilen am Marsberg: Vor ihren Augen pflückte der Prototyp eines Vollernters die Trauben am Steilhang und lies so manchen Kritiker erstaunen.  Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hatte gemeinsam mit dem Entwickler des Vollernters, der Firma Carl Hoffmann Landmaschinen Piesport/Mosel und dem fränkischen Lohnunternehmer „Weinbauservice Florian Hofmann Würzburg-Heidingsfeld“ zu diesem Ereignis eingeladen.

„Wer schon einmal an einem Steilhang Trauben gelesen oder gar mit voller Bütte den Weinberg rauf- und runtergelaufen ist, weiß, was für eine Knochenarbeit das ist“, betont Edgar Sauer von der LWG. Diese schwere Arbeit nimmt das Gerät dem Winzer ab. Die Maschine arbeitet schnell, auf Dauer wohl auch kostengünstiger und - wie der selbstfahrende Traubenvollernter – bei Bedarf Tag und Nacht. „Dies kann sicherlich ein weiterer Schritt sein, wertvolle, sehr steile und landschaftsprägende Rebhänge zu erhalten,“ meint Sauer.

Auf einer Weinbergraupe des italienischen Herstellers Andreoli ist ein bisher einzigartiges Ernteaggregat aufgebaut. An einem Seil mit Hangelwinde gesichert und von einer Person bedient, arbeitet es in steilsten Weinbergslagen mit bis zu 75 Prozent Hangneigung. Fingerkränze greifen gleichzeitig von zwei Seiten in die Laubwand einer Rebzeile ein. Sie rütteln die Rebtriebe hin und her und lösen so die Beeren vom Stielgerüst der Trauben. Das aufgefangene Erntegut wird über Rechen- und Gebläseeinrichtungen von Blättern und Rebholzteilen gesäubert und gelangt  über Fördereinrichtungen in einen Auffangbehälter  - nahezu so gut und gründlich wie von Menschenhand gelesen.

Das bisher einzig mögliche Trägerfahrzeug des Vollernters, in diesem Fall eine Andreoli-Raupe vom Typ UT100evo Germania oder UT80evo Germania, ist während der gesamten Rebenvegetation im Weinberg einsetzbar. Sie erledigt mit unterschiedlichen Aufbaugeräten Arbeiten im Pflanzenschutz, in der Boden – und Laubwandpflege. Diese Art der Technisierung von Arbeiten im Weinberg trägt den Namen „RMS“, was „Raupen-Mechanisierungs-System“ bedeutet.

Der in Randersacker vorgestellte Steillagen-Traubenvollernter wird voraussichtlich 2015, spätestens 2016 im Markt sein. Der Preis für das Ernteaggregat wird sich um 100.000 € bewegen. Die EU förderte die Entwicklung des Gerätes.

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