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Landtagspräsidentin Barbara Stamm begutachtet Spätfrostschäden
Um sich ein Bild von den Spätfrostschäden im Weinbau zu machen, begutachtete Landtagspräsidentin Barbara Stamm zusammen mit einigen CSU-Abgeordneten die geschädigten Weinberge in der Lage Sommerhäuser Reifenstein. Begleitet wurden sie dabei von Vertretern des Fränkischen Weinbauverbandes und der Beratung sowie Sommerhäuser Winzern.
Die Auswirkungen der tiefen Temperaturen am 4. Mai sind sehr unterschiedlich: Einige Weinberge müssen komplett gerodet werden, weil die Schädigungen zu groß sind. Andere Weinberge sehen inzwischen zwar grün aus, weisen aber nur wenige oder gar keine Trauben auf. Daneben gibt es durchaus auch Parzellen, die fast eine normale Ernte versprechen. „Wir haben Sommerhausen ausgesucht, um hier einmal die ganzen Facetten der Frostauswirkungen zu zeigen mit größeren und geringeren Schäden“, sagte der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann bei der Fahrt durch die Weinberge.
Wurden in den Vorjahren durchschnittlich rund 80 Hektoliter pro Hektar geerntet, gab es in Franken bereits 2010 eine geringe Ernte mit nur 57,2 Hektoliter pro Hektar. Für dieses Jahr prognostiziert der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes Hermann Schmitt sogar nur rund 40 Hektoliter pro Hektar und damit verbunden einen deutlichen Umsatzrückgang für die Winzer.
Winzer Karl Wenninger erklärte, dass die Sorten recht unterschiedlich geschädigt worden sind: „Durch den Vegetationsvorsprung im Frühjahr standen gerade die Frühsorten wie Bacchus oder Müller-Thurgau voll im Saft als der Frost zuschlug.“ Auch die Rotweinsorten sind sehr stark betroffen. Besser weggesteckt hat alles der Silvaner. „Obwohl wir in einigen Parzellen nur wenig ernten werden, sind die Pflegearbeiten genauso aufwändig wie in Anlagen mit einem normalen Ertrag, teilweise sogar noch größer“, so Wenninger.
„Auch die Lese wird nicht einfach werden“, ergänzte Winzer Friedrich Wagner. An einem Stock sind zum Teil drei verschiedene Reifestadien zu beobachten: die normal entwickelten Trauben, die vereinzelt schon weich werden, eine zweite Generation und manchmal sogar eine dritte Generation mit Gescheinen, die gerade geblüht haben. Ein Vollerntereinsatz wird für solche Anlagen nicht in Frage kommen. Hier ist Handlese angesagt.
Das Thema Frostvorsorge wurde im Gespräch mit den Politikern ebenfalls angesprochen. Auf Wunsch der Weinbranche sollte die Forschung auf diesem Gebiet vorangetrieben werden, damit die Winzer zukünftig bei derartigen Wetterkapriolen reagieren können. „Der Einsatz von Nebelgranaten oder Windmaschinen ist zur Abwehr von Frostschäden durchaus denkbar“, berichtete Dr. Hermann Kolesch, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
„Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Es war für uns ganz wichtig, dass wir mal gesehen haben, wie es augenblicklich draußen aussieht“, sagte Barbara Stamm nach der Rundfahrt. Die Politiker verkündeten, dass die CSU-Landtagsfraktion einen Antrag ausgearbeitet habe für den Nachtragshaushalt. Dieser sieht Ausgleichszahlungen, Zinsnachlässe und höhere Förderquoten für Neuanpflanzungen vor. Welche Summe insgesamt dafür benötigt wird, lässt sich seriös erst nach der Ernte beziffern. Über die Traubenerzeugungsmeldung soll die Ernte mit den Vorjahren verglichen werden. Mindest- und Höchstsummen werden dann konkret festgelegt werden. „Wir werden die Winzer unterstützen und es ist selbstverständlich, dass wir nicht hinter Baden-Württemberg zurückstehen werden“, versprach Landtagsabgeordneter Dr. Otto Hünnerkopf.

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