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Jahresrückblick 2011

Ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Mit einer Festansprache und einem Staatsempfang am 5. Mai feierte der Fränkische Weinbauverband e.V. im Rahmen einer Festveranstaltung in der Münchner Residenz sein 175-jähriges Bestehen. Am 29. Mai, dem Tag an dem vor 175 Jahren der Fränkische Weinbauverband gegründet wurde, trafen sich die Winzerinnen und Winzer zu einem Pontifikalamt im Würzburger Dom, anschließend ging es in einem feierlichen Trachtenzug gemeinsam zum Würzburger Weindorf. 


Die Feierstimmung Anfang Mai wurde allerdings vom Wetter getrübt. Nachdem das Jahr zunächst so schön begonnen hatte und die Vegetation in den Weinbergen schon sehr früh sehr weit voran geschritten war, kam dann die „Nacht des Schreckens“. In der Nacht vom 3. Auf den 4. Mai wurden sämtliche Hoffnungen vieler fränkischer Winzer auf eine gute und ertragreiche Ernte erstmal zunichte gemacht. „Unsere größte Sorge war, dass wir unsere Kunden nicht mehr beliefern können“, erklärte Weinbaupräsident Artur Steinmann im Rahmen der Erntebilanz 2011 in Randersacker. Der Frost hat zur Folge, dass viele Betriebe 2011 schon das zweite Jahr in Folge eine bis zu 30 Prozent kleinere Ernte hinnehmen müssen. Mit einem geschätzten Ertrag von 59 hl/ha fällt die Erntemenge auf das gesamte fränkische Anbaugebiet bezogen etwas höher aus als 2010.


Trotzdem gaben die Winzerinnen und Winzer nicht auf. Sie arbeiteten unermüdlich und mit verstärkter Kraft im Weinberg daran, zu retten, was noch zu retten war. Die Hoffnung lag nun vor allem auf der 2. Generation. Und diese Arbeit – um nicht zu sagen, Mehrarbeit – zahlte sich letztendlich aus. Die Natur entschädigte den Weinbau mit einem sehr schönen Spätsommer und mehr als goldenen Herbst. So konnte Artur Steinmann schließlich bei der Erntebilanz verkünden: „Der Frankenwein 2011 ist zwar knapp, aber gut! Er zeichnet sich in diesem Jahr durch einen hohen Anteil an Prädikatsweinen aus, mit dem Silvaner als klarem Gewinner im Jubiläumsjahr des Fränkischen Weinbauverbandes.“


Nach Eingang der Erntemeldungen hat der Fränkische Weinbauverband seiner Forderung nach Frosthilfe nochmals Nachdruck verliehen. Die benötigte Direkthilfe für die fränkischen Winzer beläuft sich nach Schätzung des Fränkischen Weinbauverbandes, bei Zugrundelegung des baden-württem­ber­gi­schen Modells, auf ca. 5 Millionen Euro. „Die fränkischen Winzerinnen und Winzer bitten nicht gerne um Hilfe. Aber in einer Notsituation, wie sie nach dem 4. Mai 2011 bei vielen Betrieben in Franken zu finden ist, ist die öffentliche Hand aktiv gefragt!“, betont Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands e.V..


Daraufhin hat die Bayerische Staatsregierung im Rahmen ihres Nachtragshaushalts 2,25 Millionen Euro als Hilfen zur Verfügung zu stellen. Diese Gelder sollen aber nicht nur den Winzern, sondern auch Obstbauern und Christbaumproduzenten zu Gute kommen. Der Weinbauverband steht zurzeit noch in direkten Verhandlungen mit dem Landwirtschaftsministerium, um die Frage der Hilfe zu klären.


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