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Dr. Helmut Maucher, Weinbaupräsident Andreas Oestemer und Staatsminister Josef Miller (v.l.n.r.) stellten die Cluster-Initiative in Würzburg vor.
 

Initiative Cluster Wein vorgestellt

Auftaktveranstaltung "Cluster Wein" in Würzburg
Zusammenarbeit stärken

Zur Auftaktveranstaltung "Wein" innerhalb des Clusters "Ernährung" traf sich Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller in Würzburg mit 40 Vertretern aus den Bereichen Weinbau, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Miller stellte zusammen mit dem Sprecher des Clusters "Ernährung" Dr. Helmut Maucher, Ehrenpräsident des Verwaltungsrates der Nestlé S. A., die geplanten Aktivitäten vor. Miller sieht im Weinbau in Franken den "Motor zur Stärkung des ländlichen Raums". Mit über 6.000 Hektar Rebfläche präge er nicht nur das Landschaftsbild, sondern biete auch 2.000 Voll- und 13.000 Teilzeitarbeitsplätze und bilde das Rückgrat für den Weintourismus, der inzwischen jährlich rund zwei Millionen Übernachtungen zähle. Eine noch stärkere Ausrichtung des fränkischen Weinbaugebietes hin zum Weintourismus erachtet Miller als dringend notwendig. Es geht im Cluster "Wein" darum, Franken als zeitgemäße, authentische und hoch attraktive Region für den anspruchsvollen Weintouristen zu positionieren.
Um hier fundierte Grundlagen an der Hand zu haben, wurde eine Basis-Studie zum Thema "Potenziale für Weintourismus in Franken" in Auftrag gegeben. Erste Schritte im Bereich Qualifizierungsmaßnahmen sind bereits getan. Die Ausbildung zum "Gästeführer - Weinerlebnis Franken" und die geprüften "Dozenten für Wein- und Genusskultur", seien hier stellvertretend genannt. Eine gemeinsame Informationsplattform im Internet soll errichtet werden, um mehr Transparenz und einen schnelleren Informationsfluss zu gewährleisten. Der Kommunikation mit anderen Weinbau-Regionen kommt ebenfalls große Bedeutung zu. Hier gilt es über den eigenen Tellerrand hinweg zu schauen und Ideen und Innovationen aufzugreifen. Auch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft soll intensiviert werden. So ist inzwischen schon ein Projekt mit der Fragestellung initiiert, in wieweit eine Reduzierung der Vielfalt an Bocksbeutelfarben zur Kostensenkung bei den Herstellern und Unternehmen der fränkischen Weinwirtschaft beitragen kann.
Für Helmut Maucher sind die zentralen Punkte der Initiative eine verstärkte Zusammenarbeit über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg sowie die Schaffung eines innovationsfördernden Klimas. Cluster können jedoch seiner Meinung nach nicht verordnet werden, sondern wachsen mit entsprechenden Aktivitäten der Unternehmen, Institutionen und Personen. Neben guten Ideen und innovativen Konzepten sei aber vor allem Mut gefragt.
Im Rahmen der bayerischen Cluster-Initiative wurden landesweit insgesamt 19 Cluster definiert, die in den kommenden Jahren bearbeitet und weiterentwickelt werden. Für die Cluster "Forst und Holz" und "Ernährung" ist das Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten zuständig. Bei letzterem konzentrieren sich die Aktivitäten auf die fünf Schwerpunktbereiche Milchwirtschaft, Fleischwirtschaft, Bier sowie sonstige Getränke, pflanzliche Erzeugnisse einschließlich Backwaren, Wein und Gemüsewirtschaft. Ziel ist es, auf der Grundlage der bereits vorhandenen Vernetzungen neue Plattformen zu schaffen und bestehende auszubauen, um Synergieeffekte für die Wirtschaftsbeteiligten effizient weiterzuentwickeln und Innovationen zu fördern. www.ernaehrungscluster.bayern.de

 

Definition Cluster:
In der Wirtschaftstheorie wurde der Begriff "Cluster" vom amerikanischen Ökonomen Michael Porter (Harvard University) geprägt. In Anlehnung an Porter versteht man unter einem Cluster die räumliche Konzentration von vernetzten kleinen und großen Betrieben sowie Institutionen in einem speziellen Sektor. Ein Cluster beinhaltet vor- und nachgelagerte Produktions- und Dienstleistungsaktivitäten sowie eine spezialisierte Infrastruktur, die diese Aktivitäten unterstützt.

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