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Konfusionsverfahren zur Schädlingsbekämpfung.
Sie sind klein und braun und hängen in den Weinbergen zwischen Eibelstadt und Sommerhausen. Immer wieder bleiben Spaziergänger und Sportler stehen, um die auffälligen Plastik-Anhänger zu betrachten. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich hier um Pheromondispenser („RAK“), die im Frühjahr in den Weinbergen ausgebracht worden sind. Gemeinschaftlich haben die Winzer aus Eibelstadt und Sommerhausen beschlossen mit dieser alternativen Methode gegen den Traubenwickler vorzugehen.Das Bekämpfungsverfahren klingt einfach: Der Traubenwickler ist ein Falter, der als Fraßschädling an den Trauben Probleme bereitet. Als Alternative zum Insektizideinsatz wird heute vielerorts das so genannte Konfusionsverfahren eingesetzt. Dazu machen sich die Winzer die Natur zu Nutze. Um die Männchen auf sich aufmerksam zu machen, sondern die Weibchen vor der Begattung spezielle Lockstoffe ab. Bringt man diese Duftstoffe großflächig im ganzen Weinberg aus, werden die Männchen „verwirrt“ und das Zusammentreffen der beiden Partner kann verhindert werden. Somit kommt es nicht zur Begattung und die Entwicklung der gefürchteten Heu- und Sauerwürmer unterbleibt. Gerade für ein Areal, das - wie der „Alte Berg“ - gerne von Spaziergängern, Joggern und Nordic Walkern aufgesucht wird, bietet sich dieses umweltfreundliche Verfahren natürlich ganz besonders an.
In Sommerhausen hat man bereits seit mehr als zehn Jahren Erfahrungen mit „RAK“. „Wir sind immer sehr zufrieden gewesen“, bestätigt Winzer Friedrich Wagner. „In diesem Jahr entstand erstmals der Gedanke ein Gemeinschaftsprojekt mit den Eibelstadter Winzern im „Alten Berg“ durchzuführen, denn das Verfahren ist um so wirksamer und kostengünstiger, je größer die zusammenhängende Fläche ist.“
500 Ampullen werden pro Hektar ausgebracht oder eine Ampulle pro 20 qm. Wichtig ist dabei, dass die Randbehandlung nicht vergessen wird. In den Bäumen, Büschen und Hecken werden ebenfalls Pheromondispenser aufgehängt. Die rechtzeitige Ausbringung ist entscheidend für den Erfolg des Verfahrens. Werden sie zu spät aufgehängt, könnten die Weibchen schon begattet sein und befruchtete Eier ablegen. Werden sie zu früh aufgehängt, kann es aber durchaus passieren, dass die Wirkung gegen Ende der zweiten Faltergeneration im Sommer nicht mehr ausreicht.
Es ist schon eine aufwändige Prozedur, aber letztendlich besteht auch ein Schutz von April bis zum Ende der Vegetationszeit. Dieser lange Zeitraum ist notwendig, denn es sind zwei Generationen des Einbindigen bzw. Bekreuzten Traubenwicklers, die den Trauben schaden können. Wie es der Name bereits verrät, tritt der Heuwurm zur Zeit der Heuernte auf und geht an die jungen Gescheine. Die zweite Faltergeneration, der Sauerwurm, schädigt dann zu Beginn der Reife die Trauben.
Bundesweit wurden im Jahr 2004 auf etwa 46.000 Hektar Rebfläche Pheromone ausgebracht. Das entspricht in etwa der Hälfte des rund 100.000 Hektar umfassenden deutschen Weinbaugebietes. In Franken hängen die Ampullen heuer auf 171 Hektar. Neben Eibelstadt und Sommerhausen setzen auch die Winzer in Güntersleben, Ipsheim, Bürgstadt und Homburg auf “RAK“.
15. August 2005
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