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Fränkische Winzer ziehen Bilanz

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Während einige Winzer gerade die letzten Trauben ernten und andere bereits ihre ersten Weine bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung angestellt haben, nutzt der Fränkische Weinbauverband knapp fünf Wochen nach dem offiziellen Lesebeginn die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und einen ersten Ausblick auf den Jahrgang 2014 zu gewähren.

In einem kurzen Rückblick lässt Dr. Hermann Kolesch, Präsident der Bayer. Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim, das Jahr Revue passieren. Er spricht von einem Turbojahr für die fränkischen Winzerinnen und Winzer. Denn ein extrem trockener und heißer Frühling führt zu einem rund vier Wochen früheren Vegetationsbeginn und einer  drei Wochen früheren Blüte.  Doch trotz lokaler Wetterkapriolen, dem zweimaligen Auftreten der Eisheiligen und einem trockenen und sehr heißen Juni, entwickeln sich die Anlagen in Franken sehr gut und der Vorsprung kann bis zur Lese gehalten werden.

Problematisch droht es im August zu werden, wo die kühle und bedeckte Witterung zu einem vermehrten Wachstum der Kirschessigfliege führt, die mit ihrem Stachel die Traube anbohrt, ihre Eier darin ablegt und sie von innen heraus auffrisst. In Franken, das ein Weißweingebiet ist, handelte es sich 2014 aber eher um ein überschaubares Problem. Heftige Regenschauer mit bis zu 118 Liter pro Quadratmeter im August und lokaler Hagel zum Lesebeginn haben den Winzern auch 2014 wieder alles abverlangt. Da man unter den gegeben Umständen nicht bis zum letzten Oechslegrad ausreizen wollte und konnte, stand die Lese 2014 ganz besonders unter der Devise „Traubengesundheit vor Vollreife“. Denn nur aus gesunden Trauben kann auch ein guter Wein werden, betont Hermann Mengler, Leiter der Kellereifachberatung beim Bezirk Unterfranken. Die Trauben mussten schnell und sorgfältig selektioniert geerntet werden. Hier waren in den Betrieben Manpower und hohe Schlagkraft gefordert! Weinbaupräsident Artur Steinmann spricht in diesem Zusammenhang sogar von der anstrengendsten Weinlese, an die er sich in den letzten 30 Jahren erinnern könne.

Im Hinblick auf die klimatische Entwicklung gab Dr. Kolesch zu bedenken, das man auf Grund des Klimawandels künftig mit mehr Regen zum Zeitpunkt der Lese rechnen müsse. Auch das massive Auftreten der Kirschessigfliege sei eine Folge der klimatischen Veränderungen, so Kolesch. Hier müsse man sich Gedanken über neue Strategien machen, um diesen Phänomenen entgegenzuwirken.

Zusammenfassend sprachen die drei Weinexperten von einem guten Jahrgang, dessen Weine von Hermann Mengler als lebendig und lupenrein mit belebender Säure und leichten Charakteren beschreibt. Für das fränkische Weinanbaugebiet mit seiner Ertragsrebfläche von 6052 Hektar erwarten die Experten eine Weinernte in Höhe von durchschnittlich 81 Hektoliter je Hektar. Mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 85 Grad Oechsle sind rund 60 Prozent der geernteten  Menge prädikatsweingeeignet. Der 2014er Jahrgang wird sogar noch die eine oder andere edelsüße Überraschung bereithalten, informiert Mengler.

Alles in allem können die Winzer mit der Ernte doch recht zufrieden sein. „Franken wird sich auch mit dem Jahrgang 2014 wieder national und international sehen lassen können“, fasst Artur Steinmann die Prognose für die Weine des Jahrgangs 2014 zusammen.

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